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Steigerung der Energieeffizienz durch Modernisierung des Belüftungssystems im Belebungsbecken

Die Kläranlage Liebenwalde des Trink- und Abwasserzweckverbandes Liebenwalde wurde im Jahr 1995 errichtet. Sie reinigt das Schmutzwasser nach den anerkannten Regeln der Technik und erreicht dabei sehr hohe Reinigungsleistungen. Es handelt sich um eine dreistufige mechanisch-biologisch-chemische Anlage mit aerober Schlammstabilisierung.

Allerdings entspricht das vorhandene Belüftungssystem nicht mehr den Anforderungen und wird mit neuer Technik dahingehend optimiert, dass zukünftig größere Schmutzwasserfrachten gereinigt werden können und dies gleichzeitig mit einem geringeren Energieeinsatz gegenüber dem Ist-Zustand einhergeht.

Im Zuge dieser Modernisierung werden die vorhandenen Rohrmem­branbelüfter durch effizientere Plattenbelüfter ersetzt, die konstruktiv tiefer eingebaut werden können und dadurch zu einem verbesserten Übergang von Sauerstoff in das Abwasser-Belebtschlammgemisch beitragen.

 

Abbildung rechts: vorhandene Rohr­membranbelüfter der KA Liebenwalde

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Darüber hinaus wird durch eine großflächige Belegung die spezifische Sauerstoffausnutzung (SSOTE) verbessert. In Verbindung mit einem geringeren Druckverlust (gegenüber den vorhandenen Rohrmembranbelüftern) sowie der Umstellung auf neue, effiziente Gebläseaggregate führt dies zu einem verringerten Strombedarf.

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Die Optimierung des Belüftungs­systems erfolgt im laufenden Betrieb der Kläranlage. Das Ablassen des Belebungsbeckeninhalts ist nicht möglich. Daher werden Teile der Arbeiten innerhalb des Belebungs­beckens von entsprechend geschulten Industrietauchern durchgeführt.

 

Abbildung links: Tauchereinsatz im Belebungsbecken der KA Liebenwalde

Das gesamte Projekt kostet rund 980.000 Euro (brutto). Um die finanzielle Belastung für die Gebührenzahler so gering wie möglich zu halten, wurde bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) ein Antrag auf Fördermittel aus dem Programm „RENplus 2014 – 2020“ gestellt, welches aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wird. Dieser Antrag wurde mittlerweile positiv beschieden. Von den genannten Projektkosten wurden rund 690.000 Euro als zuwendungsfähig anerkannt. Die Förderung auf diese zuwendungsfähigen Kosten beträgt 80% bzw. rund 553.000 Euro.

Da vergleichbare Modernisierungen auf anderen Kläranlage zu Energieeinsparungen von i. d. R. mindestens 20% führten, können zukünftig mindesten 25.000 Euro pro Jahr an Energiekosten eingespart werden. Aufgrund der ebenfalls zu erwartenden verbesserten aeroben Schlammstabilisierung wird darüber hinaus die Menge der zu entsorgenden Klärschlämme reduziert, was zu weiteren Einsparungen führen wird.