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Errichtung einer Klärschlammvererdungsanlage zur Senkung desTreibhausgasausstoßes bei der Kläranlage Liebenwalde

Die beim Reinigungsprozess auf der Kläranlage Liebenwalde entstehenden Klärschlämme werden als so genannter Dünnschlamm mit einem Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) von rund 5,5% in der Landwirtschaft verwertet. Dadurch fallen jährlich viele Transporte an, die mit entsprechendem Kraftstoffverbrauch und daraus resultierenden Kohlendioxidemissionen einhergehen.

Um einen höheren TS-Gehalt und damit geringere Transportaufwendungen zu erreichen, hatte der TAV Liebenwalde verschiedene Alternativen betrachtet. Am Ende wurde mit der Vererdung eine Technologie gewählt, die folgende Vorteile gegenüber den anderen Varianten hatte:

  • sehr geringer Stromverbrauch
  • kein Einsatz von Chemikalien
  • 24/7-Betrieb
  • höchste Wirtschaftlichkeit

Die Klärschlammvererdung ist ein Entwässerungsverfahren, welches auf natürlichen Prinzipien beruht. Im Wesentlichen handelt es sich um Filtration und Verdunstung. Darüber hinaus wird aufgrund der Aktivität von Mikroorganismen ein weitergehender Abbau der organischen Substanz (u. a. auch Schadstoffe) erreicht, was am Ende zu einer weiteren Mengenreduktion führt. Das Ergebnis des Vererdungsprozesses ist ein Produkt, welches besondere Eigenschaften aufweist, die es grundsätzlich sehr attraktiv für die Verwertung in der Landwirtschaft machen.

Das gesamte Projekt kostet rund 2.300.000 Euro (brutto). Um die finanzielle Belastung für die Gebührenzahler so gering wie möglich zu halten, wurde bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) ein Antrag auf Fördermittel aus dem Programm „RENplus 2014 – 2020“ gestellt, welches aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wird. Dieser Antrag wurde mittlerweile positiv beschieden. Von den genannten Projektkosten wurden rund 2.041.000 Euro als zuwendungsfähig anerkannt. Die Förderung auf diese zuwendungsfähigen Kosten beträgt 80% bzw. rund 1.632.000 Euro.